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URGENT ACTIONS - EILAKTIONEN

Urgent Actions - Eilaktionen sind ein effektiver Weg, um gefährdeten Menschenrechtsverteidigern das Leben zu retten. Wenn Sie aktiv werden wollen, gehen Sie direkt auf die Seite Urgent Actions. Sie finden dort Informationen und Eilaktionen zu Menschenrechtsverteidigern:

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Freiheit für Soni Sodi und Lingaram Kodopi (Indien)

Soni Sodi und Lingaram Kodopi, zwei Adivasi-AktivistInnen (Angehörige indigener Volksstämme) aus dem zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh, wurden unter dem Vorwurf verhaftet, maoistische Rebellen zu unterstützen. Sie dienten dabei angeblich als Kuriere, um Geld zu schmuggeln.

Der Hintergrund:

1967 schlug die Polizei einen Bauernaufstand im Dorf Naxalbari (Westbengalen) nieder. Daraufhin gründeten sich maoistische Rebellengruppen, die sogenannten Naxaliten. Diese führen seit den späten 1960er Jahren einen bewaffneten Kampf gegen die staatlichen Streitkräfte in Zentralindien. Sie selbst sehen sich als Verteidiger der schwachen Bevölkerungsschichten, welche nicht vom Wirtschaftsboom profitieren, sondern von Großgrundbesitzern, Beamten und Polizisten diskriminiert werden.

Amnesty International ist jedoch davon überzeugt, dass die Vorwürfe politisch motiviert sind und nicht den Tatsachen entsprechen. Soni Sodi und Lingaram Kodopi sind gewaltlose politische Gefangene, die einzig und allein deshalb inhaftiert sind, da sie Menschenrechtsverletzungen anprangern, die im Rahmen der bewaffneten Auseinandersetzungen sowohl von Seiten der Regierungstruppen als auch der Maoisten begangen werden. So sind neben ihnen auch eine ganze Reihe von sozialen und politischen Aktivisten und Menschenrechtlern in Chhattisgarh wegen ihrer Berichte über die Lage der Menschenrechte inhaftiert worden.

Soni Sodi:
Soni Sodi, eine 35 jährige Lehrerin, wurde am 4. Oktober 2011 in der indischen Hauptstadt Delhi verhaftet. Sodi genoss eine Ausbildung durch eine im Geiste Gandhis arbeitende Friedensorganisation, dem Vanvasi Chetna Ashram. Sie ist eine scharfe Kritikerin der Gewalttaten der Sicherheitskräfte im Zusammenhang mit dem bewaffneten Aufstand der maoistischen Rebellen. Im Zuge ihrer Verhaftung wurde sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Lage in einem Krankenhaus an ein Krankenhausbett gefesselt. Während des Krankenhausaufenthalts trat sie in einen Hungerstreik. Soni Sodi behauptet, sie sei von der Polizei psychisch gefoltert worden. Nach letzten Informationen ist sie derzeit im Zentralgefängnis der Hauptstadt Raipur (Chhattisgarh) inhaftiert. Berichte von Seiten Soni Sodis besagen, dass sie mehrfach psychisch und sexuell misshandelt wurde. Am 14. Januar 2012 wurde - trotz vorheriger Zusage - Mitgliedern von Menschenrechtsorganisationen der Zutritt zu Soni Sodi verwehrt.

Lingaram Kodopi:
Ihr 25-jähriger Neffe Lingaram Kodopi wurde am 9. September 2011 in seinem Heimatort Sameli im Dantewada-Distrikt in Chhattisgarh verhaftet. Im März 2011 machte Lingaram Kodopi die Öffentlichkeit auf den Tod von drei Adivasis aufmerksam. Diese kamen bei einem Einsatz der „Central Reserve Police Force“ (paramilitärische Sicherheitskräfte der indischen Zentralregierung, die direkt dem Innenministerium unterstehen) und der bundesstaatlichen Polizei zu Tode. Soni Sodi und Lingaram Kodopi sprechen sich gleichermaßen gegen die Gewalt von Seiten der Maoisten aus. Im Oktober 2009 widersetzte sich Lingaram Kodopi dem Versuch der bundesstaatlichen Polizei, ihn als “Special Police Officer“ (SPO) zu rekrutieren.

Links: Folter auf Polizeistation (Aufnahme nach Einlieferung ins Krankenhaus)
Demonstration in Boston/USA Ende Januar 2012
Tehelka (Zeitschrift)
NDTV (Privater Fernsehkanal)

Aktionsvorschlag:

Apelle (Musterbrief siehe unten) gerichtet an: P. Chidambaram, Indian Home Minister 104, North Block, Central Secretariat New Delhi - 110001 India

Fax: + 91 11 23094221
E-Mail: hm@nic.in
Anrede: Dear Home Minister

Dr Raman Singh, Chhattisgarh Chief Minister Chief Minister of Chhattisgarh Chief Minister’s Niwas Raipur - 492001, Chhattisgarh, India Fax +91 771 2221306 E-Mail cm@cg.nic.in

Anrede: Dear Chief Minister

Justice K G Balakrishnan, Chairperson, National Human Rights Commission National Human Rights Commission, Faridkot House, Copernicus Marg, New Delhi - 110001 India Tel Fax + 91 11 23384863 Email sgnhrc@nic.in (Rajiv Sharma, Chief Executive Officer of NHRC)

Anrede: Dear Justice Balakrishnan

Wir fordern von der indischen Regierung :

- Soni Sodi (F) und Lingaram Kodopi (M) werden unverzüglich und bedingungslos freigelassen, die Anklagen gegen sie werden fallen gelassen.

- Eine unabhängige Untersuchung der von Soni Sodi erhobenen Vorwürfe von Folter und Misshandlungen, im Fall der Bestätigung muss Entschädigung geleistet werden.

- Die Beamten, die der Beteiligung verdächtigt werden, werden strafrechtlich verfolgt nach Verfahren, welche internationalen Standards der Fairness und Unabhängigkeit entsprechen.

- Des Weiteren fordern wir Sie auf, alle Maßnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um sicherzustellen, dass Menschenrechtsaktivisten ihren Aktivitäten ohne Angst und Schikane nachgehen können.

Musterbrief:

Betreff: Soni Sodi and Lingaram Kodopi

Dear ...
I am writing to you after reading Amnesty International’s reports regarding the situation of human rights defenders Soni Sodi and Lingaram Kodopi in Chhattisgarh.
I call on you to drop all politically-motivated charges against Soni Sodi and Lingaram Kodopi and immediately and unconditionally release them.
Please ensure a prompt, impartial, independent and effective investigation into the allegations of torture and ill-treatment of Soni Sodi.
Those police officials suspected of involvement including persons with command responsibility should be prosecuted, in proceedings which meet international standards of fairness. Also, she must be awarded full reparations.
I ask you to take all necessary measures to guarantee that human rights defenders are able to carry out their legitimate and peaceful human rights activities without fear of harassment and intimidation.
Yours respectfully ...


WEITERE MITMACHMÖGLICHKEITEN

Weitere Mitmachmöglichkeiten um gefährdeten Menschenrechtsverteigern zu helfen, finden Sie auf der Hauptseite der deutschen Sektion von Amnesty International:

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